Stalking bis zum Mordversuch

Wie weit Stalking unter krankhafter Eifersucht als Motiv führen kann, belegt der folgende und besonders schwere Fall: Vor dem Landgericht in Dresden steht derzeit ein mutmaßlicher Stalker, der in seinem Eifersuchtswahn sogar versuchte, einen Killer zu engagieren, um seine ehemalige Lebensgefährtin zu töten. Nach 20 Jahren Lebensgemeinschaft trennte sich ein Paar, womit der 54-jährige Maurer aus Radebeul offensichtlich nicht zurechtkam.

Der 54-jährige soll seine Frau daraufhin im Jahre 2009 nach der Trennung derart terrorisiert haben, dass er drohte, ihr den Kopf abzuhacken. Zudem soll er 11 Mal auf das Grundstück und in das Haus der Frau eingebrochen sein, wobei er unter anderem die Schriftstücke über sämtliche Anzeigen gegen ihn gestohlen haben soll.
Doch all dem noch nicht genug, zertrümmerte der Radebeuler ihre Autoscheiben, hörte Telefonate mit einem Richtmikrofon ab und lauerte der ehemaligen Lebenspartnerin ständig auf. Unter anderem soll er dadurch von einem Aufenthalt in Erfurt erfahren und sich sogar im gleichen Hotel einquartiert haben, um der Frau aufzulauern.

Wegen fraglicher Schuldfähigkeit wurden Prozesse ausgesetz

Bereits mehrfach habe der Mann wegen Stalking-Vorwürfen vor Gericht gestanden – doch die Prozesse seien aufgrund von fraglicher Schuldfähigkeit ausgesetzt worden, so der nun zuständige Staatsanwalt. Die Liste weiterer Straftatbestände liest sich wie eine Litanei: Anstiftung zum versuchten Mord, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Sachbeschädigung, Diebstahl auch die Verletzung einer richterlichen Anordnung und mehr.

Kommissar Zufall kommt zu Hilfe

Gefasst wurde der Mann, als bei ihm im Auto während einer Kontrolle ein Luftgewehr mit Laserpointer und Zielvorrichtung, mehrere Schreckschusswaffen, illegale Böller und 2 Nagelbomben gefunden wurden. Der Radebeuler kam daraufhin in die Psychiatrie und in seinem Haus fand man weitere 36 „Pyrotechnische Gegenstände“, ein Schlagring sowie weitere Waffen.

Komplize gesucht, Urteil wird bis Ende Januar 2012 erwartet

In der Psychiatrie versuchte der mutmaßliche Stalker dann sogar noch, unter den Mitpatienten einen Komplizen zu finden, der einen geplanten Mordanschlag auf seine Lebensgefährtin für ihn vollziehen sollte. Während des Prozesses wurde immer wieder die Öffentlichkeit ausgeschlossen und auch über die Schuldfähigkeit des Angeklagten wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geurteilt. Im derzeitigen Prozess soll nun nicht nur über die Straftaten entschieden werden, sondern vor allem auch über eine dauerhafte Unterbringung des Angeklagten in einer forensischen Psychiatrie. Das Urteil wird im Januar 2012 erwartet.

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