Der Nachbar

In meinem Stalking-Fall war es der Hausmeister, der auf selber Etage wohnte, welcher mir lange nachstellte und auch jetzt wieder meine neue Adresse hat. Inzwischen bin ich x-mal umgezogen und wohne nun nicht mehr in meinem ursprünglichen Bundesland. Doch zurück zum Anfang: Bereits kurz nach meinem Einzug fing es „schleichend“ mit dem Stalking an, indem der Hausmeister betonte, ich müsse ihm die Wohnungstüre jederzeit öffnen, wenn er klingelt – es sei seine Pflicht, die Wohnungen zu „kontrollieren“. Na, ich weiß ja, dass dem nicht so ist, selbst ein Vermieter muss sich mindestens 24 Stunden vor einer Wohnungsbegehung anmelden – außer es wäre „Gefahr im Verzug“, wie ein Rohrbruch … Da ich auch damals schon im Home-Office tätig war, konnte ich mich nicht jederzeit stören lassen. Nachdem er also mehrfach auch nachts betrunken an meiner Türe stand und ich ihn nicht einließ, besorgte ich mir einen neuen Zylinder für mein Wohnungsschloss, denn er hatte gedroht, mit seinem „Generalschlüssel“ aufzuschließen. 

Mit seiner kleinen, etwa 3-jährigen Tochter verstand ich mich gut, sie grüßte mich immer so lieb, wo immer wir uns begegneten. Bald verbot er mir, sie anzulächeln mit „meiner Fratze“ – die Kleine solle sich mit „normalen Menschen“ abgeben und nicht „mit so etwas wie mir“. Ich grüßte die Kleine weiter, weil ich mich trotz meiner Behinderung als sehr normalen Menschen empfinde. Zunächst kam es dann zu „Stromausfällen“, die immer nur meine Wohnung betrafen, beginnend immer nachts (mein Rollstuhl entlädt sich, wenn er bei Stromausfall am Netz bleibt) und es war trotz mehrfachen Polizei-Besuchen keine Chance, es dem Hausmeister nachzuweisen, denn er hatte auch einigen anderen Mietern den Schlüssel zum Zählerraum überlassen. Nachdem ich das erste Mal die Polizei hinzugezogen hatte, verging kein Tag, an dem er mich nicht anbrüllte: „So jemand wie Du hat keine Rechte! Vor allem hab ich was gegen solche, die mir die Polizei auf den Hals hetzen – wirst schon noch sehen, wie das ausgeht!“ Alle Benachrichtigungen an den Vermieter wurden von diesem schlicht ignoriert. Immer häufiger ließ er sich von Menschen einladen, die bekannt waren als ausländerfeindlich, behindertenfeindlich und zudem gewalttätig. Die spendeten ihm sein Bier, auf das er offensichtlich angewiesen war. 

Über seine älteste Tochter schrie er die Straße entlang, sie sei eine Nutte, weil sie gegen seinen Willen mit einem jungen türkischen Mann liiert war – den er demnächst „abknallen“ wollte. Ansonsten hielt er sich weder an die Hausordnung, noch an irgendeine „Ruhezeit“. Da stiegen Grillpartys bis nachts um 2 Uhr, die kleine Tochter immer mit am offenen Feuer, welches er in einer großen Tonne entzündete – ihre langen Haare waren mehrfach in Brandgefahr, durch die umherfliegenden großen Funken von den Servietten, die sie in die Tonne fliegen lassen durfte!

Ich muss etwas tun!

Als es mir zu viel „Kindeswohlgefährdung“ wurde, rief ich die Feuerwehr, denn das Ganze durfte in diesem engen Hof mit Bäumen direkt über dem Feuer … so gar nicht stattfinden. Am nächsten Tag begegnete er mir mit der Kleinen an der Hand und ich grüßte sie. Daraufhin drohte er mir, mich die Treppe runterzuwerfen oder mir ein Messer in den Rücken zu stoßen. Ich rollte auf meinem Rollstuhl sofort zur Polizei – dort wurde mir jedoch gesagt, ich müsse warten, bis „etwas passiert“, davor könnten sie nichts für mich tun! 14 Tage lang ging ich nur noch mit gedrückter 110-Nr. in meine Wohnung im 2. Stock. Beim Verlassen der Wohnung rannte er mir mehrfach „andeutungsweise“ die Treppe hinterher, sodass ich mich vor Angst nur noch gegen das Geländer drücken konnte – wenn er dann an mir vorbeisprang, grinste er mich ätzend an!

So kann es nicht weiter gehen!

Dann spielte mir meine Psyche einen Streich und ich schaffte es eines Tages nicht mehr nach Hause. In mir schrie es: Ich kann nicht mehr!! So quartierte ich mich sofort und auf eigene Kosten in ein Hostel ein, um meine Flucht (ohne alles) zu planen. Über einen dreimonatigen Aufenthalt in einem Frauenhaus bin ich inzwischen 6 Mal umgezogen! Jedes Mal bekam er Adresse und sogar die nagelneue Handynummer heraus und schickte Menschen aus der früheren Stadt aus seiner “Szene” hinterher. Diese lauerten mir jeweils irgendwo auf, ohne jedoch “tätig” zu werden! Nachdem die von mir gestellte Strafanzeige irgendwann einfach eingestellt wurde, mit Begründung: “Es handelte sich ja wohl um einen einfachen Nachbarschaftsstreit”, konnte ich auch in den neuen “bedrohlichen Situationen” von der Kripo nur hören: “Sie können doch diesen Menschen gar nichts nachweisen, was Sie behaupten!” und “Wir können nichts für Sie tun, bevor überhaupt etwas passiert”…… Kann sich überhaupt jemand, der das nicht erlebt, vorstellen, wie sehr einen das vom “echten Leben” abhält???? Jeder Einkauf, Amtsgang oder Spaziergang kann plötzlich zum Horror werden – über Jahre hinweg! Kein Mensch bekommt davon etwas mit — doch man selbst “lebt” mit dieser Angst, jeden Tag!!! Manchmal wäre der Tod leichter zu ertragen, als diese “Gewalt”!!!

Hilflos ausgeliefert trotz Menschenrecht

Selbst von Gerichten bekommt man kein “Recht” auf angstfreies Leben zugesprochen – wie könnten diese Wunden denn heilen? Auch trägt man zusätzlich alle daraus resultierenden Kosten für Umzüge …Schulden für die nicht geräumte Wohnung aus dem Langzeitvertrag, weil auch dafür keiner aufkommt (ich bin inzwischen sogar zur Räumung … verurteilt! worden, obwohl es keinerlei Chance für mich gibt, dies zu tun!). Ich bin also Verurteilte statt des Verursachers! Was bitte ist ein Menschenleben wert?????

Was Hilfe unmöglich macht:

Das Perverse an jeglichem Missbrauch (sexueller Missbrauch, Missbrauch eines Amtes, psychischer Missbrauch ….) ist, dass die Täter sehr klug vorgehen und darauf auch noch stolz sind. Es geht bei jeglichem Missbrauch um die Stärkung des Machtgefühls über einen anderen Menschen! Und dies geschieht in aller Heimlichkeit – leider oft “fehlerfrei”. So kann man den Tätern selten etwas nachweisen.

Und ohne Beweise ist das Opfer kein Opfer (darf sich auch nicht so fühlen) und es gibt überhaupt keinen Täter! Ist deshalb all das „nicht geschehen“?

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